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Aquakultur

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Produktion und Zucht des Tilapia in Aquakulturen

Hier wird detailliert auf die Rolle eingegangen, die der Tilapia seit Jahrtausenden in der globalen Aquakultur spielt. Es werden Zahlen, Daten und Fakten gesammelt, über die Produktion dieses “Zukunftsfisches”. Vom ursprünglichen Verbreitungsgebiet in Afrika hat der Tilapia seine Bedeutung in der Aquakultur auch auf Asien und Mittelamerika ausgedehnt, wo er mittlerweile in gewaltigen Tonnagen produziert wird. Auch in Europa enstehen derzeit einige grössere Produktionsanlagen. Diese bestehen wegen des rauhen Klimas in Europa v.a. aus überdachten, geschlossenen Aquakultur-Kreislaufsystemen (RAS). Die interessantesten Anlagen und Projekte im deutschsprachigen Raum werden nachfolgend beschrieben.

Historische Aquakultur des Tilapia

In Bearbeitung . . .

Globale Produktion

Im Jahr 2011 wurden weltweit knapp 2,8 Mio. Tonnen Tilapia in Aquakulturen erzeugt, mit einem Warenwert von über 4,5 Mrd. US-Dollar. Im vergangenen Jahr stieg laut dem Fachportal IntraFish die globale Produktion schon auf über 4,2 Mio. Tonnen. Aufgrund der weiter steigenden Nachfrage wird für das Jahr 2014 eine weltweite Produktionsmenge von 4,5 Mio. Tonnen erwartet. Der nach Warenwert grösste Markt für Tilapia-Fische, die USA, werden bis zum Ende diesen Jahres Tilapia im Wert von über einer Milliarde US-Dollar importiert haben. Die Gründe für den Anstieg sind nicht nur allgemein die Ausweitung der Produktion in Ländern Afrikas und Asiens, sondern zusätzlich noch die Umwidmung zahlreicher ehemaliger Pangasius-Farmen in Vietnam zu Zuchtbetrieben für den Tilapia.

Der bei weitem grösste Produzent von gefarmten Tilapias (in 2003) war China, gefolgt von Ägypten, Philippinen, Thailand, Indonesien und Laos. Auf den weiteren Plätzen folgen die mittelamerikanischen Länder Costa Rica, Equador, Kolumbien und Honduras. (Quelle: FAO, Fisheries and Aquaculture Information and Statistics Service)

Produktion in Österreich

Derzeit existiert in Österreich, abgesehen von kleineren Aquaponik-Anlagen, noch keine echte kommerzielle Aquakultur von Tilapien.

Produktion in der Schweiz

Die Firma Urban Farmers – eine Ausgründung der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften – hat Anfang 2013 unter grossem Medienecho in Basel eine Aquaponic-Anlage auf dem Dach eines Eisenbahn-Depots eröffnet. In dem Vorzeigeprojekt sollen auf 250 m² pro Jahr 5 t Gemüse und 800 kg Tilapien produziert und lokal vermarktet werden.

Das Tropenhaus Wolhusen im Kanton Luzern eröffnete 2010 einen Komplex aus Gewächshäusern und Gastronomie. Die Abwärme einer benachbarten Verdichtungssstation einer Gaspipeline beheizt die Tropenhäuser in denen tropische Nutzpflanzen, wie Kaffee, Banane und Papaya gezüchtet werden. Den organischen Dünger soll das Abwasser einer angegliederten Tilapiazucht liefern.

Waedenswil

Produktion in Deutschland

Seit 2012 produzieren die Kirschauer Aquakulturen im sächsischen Schirgiswalde-Kirschau im kommerziellen Maßstab Tilapia. Nach einem fortlaufenden Upscaling erreicht die Warmwasser-Kreislaufanlage dort mittlerweile eine Jahresproduktion von 144 Tonnen des Red Nile Tilapia Oreochromis niloticus. Der Betrieb verfügt über einen eigenen Elterntierbestand und eine interne Brutanlage, so dass die benötigten Besatzfische vor Ort produziert werden können. Neben dem eigenen Fischfachgeschäft in Kirschau werden weitere Fischgeschäfte und Gastronomiebetriebe in der Region Oberlausitz, und zusätzlich der überregionale Einzelhandel beliefert. Das Sortiment umfasst dabei lebende und lebendfrische Tilapia, sowie verarbeitete Produkte, wie Filets und Räucherfisch. Getreu dem Motto: “Gewachsen in Sachsen.”

Im “Klein Eden” im oberfränkischen Kleintettau soll künftig die Abwärme einer lokalen Glashütte genutzt werden, um in einem Polykultur-System tropische Früchte und Warmwasserfische aufzuziehen. Dieses Tropenhaus ist ein Forschungsprojekt des Bayerischen Umweltministeriums und der Universität Bayreuth, das zusätzlich aus EU-Mitteln gefördert wird. Geplant ist, Tilapien in vier Produktionsbecken aufzuziehen und deren Abwässer als Dünger den Tropenpflanzen im Gewächshaus zuzuführen. Fische und Südfrüchte (u.a. Papaya, Mango und Maracuja) sollen dann im zugehörigen Besucherzentrum verkauft werden. Die Anlage soll 2014 in Betrieb gehen und eine Jahresproduktion von 10 t Fisch und 8 t Früchten erzeugen. (Quelle: fischmagazin.de, BR.de)

Produktion in Polen

Europas grösste Fischzucht für Tilapien ist Ende 2012 in der polnischen Stadt Bonki eröffnet worden. Die Firma Global Fish hat auf einer Fläche von 4 ha eine Industriehalle errichtet, in der jährlich 1.200 Tonnen Tilapia produziert werden sollen. Bei den Fischen handelt es sich um den “Red” und “Silver Tilapia”, zwei Farbvarianten des Nil-Tilapia Oreochromis niloticus. Die Besatzfische für die Farm werden in einer firmeneigenen Brutanstalt erbrütet, sortiert und dann in die eigentliche Mastanlage überführt, wo sie bei 28° C Wassertemperatur bis zur Marktreife grossgezogen werden. Die Wärmeenergie hierfür wird u.a. über Erdwärme und Geothermie gewonnen. Diese gewaltige Kreislaufanlage wurde von den Aquakultur-Spezialisten der israelischen AquaMaof Gruppe geplant und errichtet.

 

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